Autor: Angela Zimmermann Seite 28 von 39

05.09.2015 – 03.04.2016: REVOLUTION jungSTEINZEIT (Archäologische Landesausstellung NRW 2015)

Die Archäologische Landesausstellung NRW findet alle 5 Jahre statt und präsentiert die Highlights unter den archäologischen Funden der vorangegangenen fünf Jahre. Diesmal steht die Ausstellung unter dem Motto „REVOLUTION jungSTEINZEIT“ und widmet sich damit einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die viele Weichen für unser heutiges Leben stellte.

Lange Zeit lebten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler. Vor etwa 12.000 Jahren jedoch wurden die Menschen im sogenannten fruchtbaren Halbmond im Bereich des heutigen Nordsyrien und der Türkei sesshaft. Aus Jägern und Sammlern wurden Ackerbauern und Viehzüchter, die in festen Siedlungen lebten. Diese ersten Bauern breiteten sich im Laufe Richtung Norden und Nordwesten aus bis sie vor etwa 7.300 Jahren in unseren Regionen ankamen. Der Ursprung dieser Einwanderer und ihr Weg lassen sich heute durch DNA-Analysen bestimmen.

Im Gepäck hatten sie nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch technische Errungenschaften. Neben der Erfindung des Rades seien der Bergbau, die Metallverarbeitung und das Töpferhandwerk genannt. Die in Nordrhein-Westfalen lebenden Jäger und Sammler übernahmen die Lebensform der eingewanderten Bauern. Sie lebten nun wie diese in Siedlungen mit Langhäusern (bis zu 60 m lang). Wildpflanzen wurden kultiviert und Tiere für die Viehzucht domestiziert.

Das Holz für die Häuser und die Brandrodung in der Landwirtschaft führten auch zu den ersten Umweltschäden wie ausgelaugte Böden, CO2-Ausstoß und Erosion. Die neue Nahrung mit viel Getreide führte zu Karies, Steinchen im gemahlenen Mehl zu weiteren Zahnschäden. Neue naturwissenschaftliche Methoden erlauben auch einen Einblick in Krankheiten oder die Lebenserwartung unserer Vorfahren.

Eindrucksvoll zeigt die Landesausstellung, wie die Ankunft der ersten Bauern in NRW in dieser sogenannten neolithischen Revolution das Leben der einheimischen Jäger und Sammler veränderte und den Grundstein für unsere heutige Zivilisation legte – mit vielen positiven Errungenschaften, aber eben auch mit den ersten negativen Eingriffen in die Umwelt.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich den herausragenden Funden der letzten fünf Jahre – von der Frühgeschichte bis zu Karnevalsorden. Hier werden auch die Methoden vorgestellt, die Archäologen heute zur Verfügung stehen.

Zur Vertiefung beider Ausstellungsteile stehen dem interessierten Besucher zwei Kataloge zur Verfügung:

  • Kunow/T. Otten, Revolution Jungsteinzeit: Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen (Stuttgart 2015)
  • Kunow/T. Otten u. a., Archäologie in NRW 2010-2015: Funde – Forschungen – Methoden (Stuttgart 2015)

Die Ausstellung wird später auch m LWL-Museum für Archäologie in Herne und im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen sein.

Weitere Infos: http://www.revolution-jungsteinzeit.de/index.php/infos-landesausstellung.html

Das Amphitheater von Trier (Teil 3)

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Unter der Arena befindet sich ein großer Kellerraum. Die ursprünglichen Zugänge sind noch nicht gefunden worden. Die heutigen Zugänge sind neuzeitlich. Unklar ist auch, wann der Keller gebaut wurde. Die gefundenen Hölzer und Münzen stammen aus dem 3. und 4. Jh. n. Chr. Im Lauf der Zeit wurde der Raum immer wieder erweitert. Solche Keller in Amphitheatern enthielten oft Maschinen für dramaturgische Effekte.

Unter den Funden gab es auch Reste einer Entwässerungspumpe und noch heute ist der Keller durch den Grundwasserspiegel ständig überflutet.

Den Abschluss des Rundgangs durch das Amphitheater von Trier bildet das Nordtor mit weiteren Zugängen zu den Zuschauerrängen. Wie viele Zuschauer hier Platz fanden ist nicht klar. Die Zahl könnte aber irgendwo zwischen 16000 und 20000 gelegen haben.

Das Amphitheater von Trier (Teil 2)

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Unser Rundweg führt uns auf die rechte Aufschüttung der Zuschauerränge. Von hier aus überblickt man das Innere des Amphitheaters. Die Arena ist 47,5 m x 71 m groß – das entspricht 160 x 240 römische Fuß – und heute von einer etwa 4 m hohen Mauer umgeben. Ob dies der ursprünglichen Höhe entspricht ist unbekannt. Durch Türen in der Mauer gelangt man zum einen in kellerähnliche Räume, zum anderen aber auch zu Gängen, die zu den unteren Zuschauerrängen führen.

Wie bereits erwähnt, führte die Stadtmauer hinter den Zuschauerrängen entlang. In der Mitte dieser Seite befanden sich drei Türme, von denen die zwei äußeren die stadtseitigen Eingänge zum Amphitheater markierten. Zwischen den beiden Zugängen an dieser Seite befand sich ursprünglich wohl auch die Ehrentribüne des Amphitheaters.

Passiert man die Plattform, die das Fundament des mittleren Turms bildet, gelangt man zu einem der Zugänge zu den Zuschauerrängen. Durch diesen Gang, in dem sogar noch Wandmalerei erhalten ist, kommt man zum unteren Umgang zwischen Arenamauer und Zuschauerrängen.

In der Arena läuft ein Entwässerungsgraben an der Mauer entlang, der das von den Zuschauerräumen ablaufende Regenwasser in den nahe gelegenen Olewiger Bach leitete. Löcher und Rillen im Felsen unter dem Sand weisen darauf hin, dass verschiedene Holzkonstruktionen in der Arena aufgebaut werden konnten.

 

(Fortsetzung folgt …)

Das Amphitheater von Trier (Teil 1)

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Am östlichen Stadtrand von Trier war das Amphitheater in die antike Stadtmauer integriert. Wie diese wurde das Amphitheater in der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. errichtet.

Öffnungszeiten/Eintritt: http://zentrum-der-antike.de/monumente/amphitheater/das-amphitheater.html

Literatur:

  • H. Cüppers: Amphitheater. In: H. Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz (Hamburg 2002) S. 595–599.
  • S. Faust: Amphitheater. In: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes (Trier 2008) S. 38f.
  • K.-P. Goethert: Amphitheater. In: Römerbauten in Trier. Führungsheft 20, Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz (Regensburg 2003) S. 59–75.
  • H.-P. Kuhnen: Das Amphitheater. In: H.-P. Kuhnen (Hrsg.): Das römische Trier (Stuttgart 2001) S. 92–101 (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 40).

Man betritt das Gelände heute von Süden her und blickt durch eine trichterförmige Öffnung durch das Amphitheater hindurch. Ursprünglich befanden sich hier und auch der gegenüberliegenden Seite Blick durch einen großen Torbau mit drei Durchgängen versperrt. Das mittlere Tor führte jeweils direkt in die Arena, die seitlichen Durchgänge zu den unteren Zuschauerrängen. Zu beiden Seiten führten Treppen zu den oberen Zuschauerrängen. Auf der linken Seite stieß zudem die Stadtmauer auf das Amphitheater und lief dann über die gesamte Seite  bogenförmig um die Zuschauerränge herum. Der eigentliche Veranstaltungsort lag also außerhalb der Stadt.

(Fortsetzung folgt …)

Die Mosaiken von Daphni (Teil 3)

Die Mosaiken von Daphni gelten als Musterbeispiel für den Klassizismus des 11. Jh. n. Chr. Die besonderen Merkmale dieses Stils sind:

  • malerischer Stil, der sich an der Buchmalerei orientiert
  • Dreidimensionalität der Darstellungen durch Farbmodellierung
  • realistische Wiedergabe des Verhältnisses von Körper und Gewand sowie der Körperproportionien
  • Aufgabe der strengen Axialität der Komposition
  • stark antikisierende Darstellungen

Im Folgenden seien einige Beispiele für diese Stilelemente aus dem Bildprogramm herausgegriffen.

Die Darstellung der Kreuzigung ist auf die drei Hauptfiguren Christus, Maria und Johannes beschränkt. Alle drei Figuren sind schmal und lang. Durch Farbmodellierung wirken sie dreidimensional und organisch. Der Künstler verzichtete auf strenge Frontalität und bezog sich auf antike Vorbilder. Allerdings gelang es ihm nicht, alle Details organisch zu gestalten.

Auch bei der Taufdarstellung griff der Künstler auf antike Vorbilder zurück. Im Zentrum schwebt Christus im Wasser des Jordan. Der nackte Körper ist ponderiert dargestellt und in organischer Weise modelliert. Die Hautpartien wirken durch die Farbmodellierung dreidimensional und organisch, die Gewänder der andern Figuren etwas flacher als in der Kreuzigung.

Allerdings wirken nicht alle Darstellungen in Daphni so organisch. Bei der Darstellung der Verklärung stehen Körper und Gewand in starkem Missverhältnis und die Gewandfalten sind völlig unorganisch wiedergegeben. Ein besonders gutes Beispiel für diesen linearen Stil ist auch der Einzug in Jerusalem. Wir haben es hier mit einer reinen Zusammensetzung geometrischer Formen zu tun.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Mosaiken in Daphni eine gewisse Vertrautheit mit antiken Vorbildern voraussetzen. Die Figuren sind hoch und schlank und unterscheiden oft zwischen Standbein und Spielbein. Auch wirken sie durch leichte Schattierungen dreidimensional und organisch. Trotzdem finden wir viele Fehler und trotz aller Bemühungen gelang es den Künstlern nicht, Körperproportionen und Gewänder wirklich realistisch wiederzugegeben. Und einige der in Daphni arbeitenden Künstler folgten mit ihrem linearen Stil Vorbildern aus anderer Zeit.

Die Mosaiken von Daphni (Teil 2)

Schon beim Eintritt in die Kirche sind fast alle wichtigen Bilder zu sehen. Zudem sind die Bildfelder sorgfältig dem jeweiligen Bauteil angepasst. Bilder der verschiedenen Mosaiken finden sich z. B. unter folgenden Links: http://www.ellopos.net/gallery/daphni-gallery/default.asp
http://www.icon-art.info/location.php?lng=de&loc_id=360

Im Zenit der Kuppel befindet sich die Darstellung des Pantokrators. Zwischen den Fenstern des Tambours sind 16 Propheten dargestellt. Von der in der Apsiskonche thronenden Maria mit dem Jesus-Kind auf ihrem Schoß war leider nur noch der untere Teil erhalten. Über dem eigentlichen Altarraum befand sich ursprünglich eine Darstellung der Vorbereitung des Thrones Christi (die sog. Hetoimasie). In den seitlichen Nischen dieses Raums wachen die Erzengel Gabriel und Michael.

Bilder von Heiligen – in voller Größe oder als Brustbilder – schmücken die Wände der seitlichen Apsidenräume und der weniger sichtbaren Teile der Kirche.

Im Hauptraum und in den Kreuzarmen befindet sich in zwei übereinanderliegenden Zonen der Festtagszyklus. In chronologischer Reihenfolge sind hier sowohl christologische als auch mariologische Szenen dargestellt. Der Zyklus beginnt an der östlichen Wand des nördlichen Kreuzarmes oben mit der Geburt Marias. Es folgten im Uhrzeigersinn die Verkündigung, die Geburt Christi, die Anbetung durch die drei Magier, die Präsentation Christi im Tempel, die Taufe, die Verklärung und die Erweckung des Lazarus. Dann wechselt der Zyklus zur unteren Zone mit dem Einzug in Jerusalem, der Kreuzigung, der Auferstehung, dem ungläubigen Thomas und der Himmelfahrt Marias (= Koimesis).

Die Passion Christi wird im nördlichen Teil des Eso-Narthex noch ergänzt durch das Abendmahl, die Fußwaschung und den Verrat des Judas. Den südlichen Teil nehmen Bilder aus dem Leben Marias ein: das Gebet ihrer Mutter Anna und die Verkündigung an Joachim, die Weihe Marias durch die Priester und die Präsentation Marias im Tempel. Die besondere Betonung des Lebens der Mutter Gottes in den Darstellungen ist, dass die Kirche von Daphni der Himmelfahrt Marias geweiht ist. Gleichzeitig weist diese Betonung bereits in die spätbyzantinische Zeit.

 

(Fortsetzung folgt …)

Die Mosaiken von Daphni (Teil 1)

Das Kloster Daphni liegt bei Athen und ist seit 1990 UNESCO-Welterbe. Bekannt ist das Kloster aus dem 11. Jh. n. Chr. vor allem für seine Mosaiken.

Vermutlich wurde die erste Kirche hier im 5. Jh. n. Chr. an der Stelle eines Apollo-Heiligtums errichtet. Ende des 11. Jh. n. Chr. erhielt das Kloster seine heutige Gestalt und wurde nach dem vierten Kreuzzug von Zisterziensern genutzt. Unter türkischer Herrschaft lebten von 1458 bis 1821 orthodoxe Mönche hier bis das Kloster aufgelöst wurde. 1999 wurde die Kirche leider durch ein Erdbeben schwer beschädigt und wird seitdem einer langwierigen Renovierung unterzogen.

Literatur:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Daphni
  • E. Diez/O. Demus, Byzantine mosaics in Greece, Hosios Lucas & Daphni (Cambridge MA 1931)
  • Cormack, Rediscovering the Christ Pantocrator at Daphni. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 71, 2008, S. 55–74.

In diesem und den folgenden Artikeln möchte ich das Bildprogramm der Kirche vorstellen.

Im unteren Teil waren die Wände an den Stellen ohne Mosaiken ursprünglich mit Marmorinkrustation geschmückt, die heute leider bis auf einen kleinen Rest in Apsis verloren ist. Ein a-jour gearbeitetes Ornamentband aus Marmor trennt diese Zone von den Mosaiken der Gewölbezone. Darüber befindet sich ein weiteres Ornamentband und trennt die Mosaiken von der Kuppelzone.

Vom ursprünglichen Bildprogramm waren vor dem Erdbeben noch 76 Darstellungen zu sehen. Alle Mosaiken sind gold-grundig und zeigen vor allem Figuren. Landschaft und Architektur spielen dagegen kaum eine Rolle.

 

(Fortsetzung folgt …)

 

 

(Fortsetzung folgt …)

Porta Nigra, Trier (Teil 2)

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Die Porta Nigra besteht aus einem dreistöckigen Mittelteil (ursprünglich Höhe 24,50 m) sowie je einem vierstöckigen Turm an jeder Seite (ursprünglich Höhe ca. 32 m). Die Türme stehen dabei leicht über. Sie sind 10 m breit und 21,50 m tief. Das Mittelteil ist dagegen nur 15,9 m breit und 16 m tief und hat einen über alle Stockwerke gehenden Innenhof. Man konnte die Porta Nigra entweder durch Türen in den Außenseiten der Türme oder vom Wehrgang der Stadtmauer aus betreten.

Über einem hohen Sockel erhebt sich zunächst eine Zone mit Halbsäulen, auf der eine hohe Frieszone ruht. Das zweite Stockwerk zeigt den gleichen Aufbau, wobei die Frieszone niedriger ist. Diesem Aufbau folgen auch das dritte Stockwerk und die beiden vierten Obergeschosse der Türme. Außen an den Türmen und im Innenhof finden sich allerdings flache Pilaster an Stelle der Halbsäulen.

Die Durchfahrten im Mittelteil der Porta Nigra haben Tonnengewölbe, deren Außenseiten Archivolten auf niedrigen, flachen Pilastern schmücken. Auch die Fenster werden von Archivolten auf Pilastern gerahmt. Die verwendeten Steinquader sind ca. 60 cm hoch, 1 m tief und 1,25 m breit.

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Das Mauerwerk der romanischen Apsis unterscheidet sich vom römischen Gebäudeteil deutlich durch die kleineren Steine und den Aufbau. Der sechseckige Anbau wird von Strebepfeilern unterteilt. Über der Zwerggalerie, die die Apsis heute nach oben hin abschließt, befand sich früher noch der Lichtgaden der Oberkirche.

Auch im Inneren der Porta Nigra mischen sich romanische Bauteile unter die römischen. Während der Nutzung als Kirche waren im Innenhof die Böden der Kirchen eingezogen. Der Bereich des Innenhofes diente als Mittelschiff und man kann noch die Orgelempore erkennen. Der Ostturm diente nach dem Anbau der Apsis als Querhaus, die seitlichen Wehrgänge als Seitenschiffe.

Das Mauerwerk der romanischen Apsis unterscheidet sich vom römischen Gebäudeteil deutlich durch die kleineren Steine und den Aufbau. Der sechseckige Anbau wird von Strebepfeilern unterteilt. Über der Zwerggalerie, die die Apsis heute nach oben hin abschließt, befand sich früher noch der Lichtgaden der Oberkirche.

Auch im Inneren der Porta Nigra mischen sich romanische Bauteile unter die römischen. Während der Nutzung als Kirche waren im Innenhof die Böden der Kirchen eingezogen. Der Bereich des Innenhofes diente als Mittelschiff und man kann noch die Orgelempore erkennen. Der Ostturm diente nach dem Anbau der Apsis als Querhaus, die seitlichen Wehrgänge als Seitenschiffe.

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Ob man die Porta Nigra alleine erkundet oder sich bei einer Erlebnisführung von einem römischen Zenturio in die Zeit des Imperium Romanum versetzen lässt – ein Besuch der Porta Nigra lohnt sich immer und ist ein absolutes Muss für Besucher der Augusta Treverorum, des heutigen Trier.

 

Weitere Informationen:
Öffnungszeiten und Preise: http://www.trier-info.de/portanigra-preise-und-zeiten
Erlebnisführungen: http://www.erlebnisfuehrungen.de/zenturio/

 

Porta Nigra, Trier (Teil 1)

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Eines der bekanntesten römischen Bauwerke in Deutschland ist die Porta Nigra in Trier. Nur die spätere Nutzung als Kirche hat dieses römische Stadttor vor dem Schicksal bewahrt, wie der Rest der Stadtmauer als Steinbruch zu dienen. Das Wahrzeichen Triers ist bereits seit 1986 UNESCO-Welterbe – zusammen mit den anderen römischen Baudenkmälern der Stadt, dem Dom und der Liebfrauenkirche.

Literatur:

  • P. Goethert/W. Weber, Römerbauten in Trier (Regensburg 22010) S. 23–57
  • H.-P. Kuhnen (Hrsg.), Das römische Trier (Stuttgart 2001) 143–157
  • Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.), Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes (Trier 2008) 56f.

Die Porta Nigra wurde zusammen mit der Stadtmauer im 2. Jh. n. Chr. errichtet – nicht als Verteidigungsmauer, sondern als repräsentative Anlage. Dafür spricht, dass die Mauer keine wiederverwendeten Materialien enthält. Allerdings wurde das Tor nie vollendet. Gründe hierfür könnten knapp werdende Geldmittel oder kriegerische Auseinandersetzungen (z. B. im Zusammenhang mit der Belagerung Triers durch Clodius Albinus Ende des 2. Jh. n. Chr.).

In den Jahrhunderten nach dem Ende der römischen Herrschaft wurden die Stadtmauer und ihre Tore als Steinbruch genutzt. Auch die Porta Nigra wäre dem zum Opfer gefallen, hätte nicht im 11. Jh. n. Chr., genauer gesagt am 30. November 1030, der Mönch Simeon im Ostturm eine Zelle eingerichtet, in der er bis zu seinem Tod 1035 n. Chr. als Einsiedler lebte. Sein Freund, Erzbischof Poppo von Babenberg, sorgte nicht nur für die Heiligsprechung Simeons, sondern weihte auch einen Altar in der Porta Nigra. Das Tor wurde zu einer Kirche umgebaut und daneben entstand ein Stiftsgebäude.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche immer wieder umgebaut und Anfang des 19. Jh. n. Chr., als Napoleon Trier besetzt hatte, wurden fast alle Teile wieder entfernt, die durch den Umbau zur Kirche ergänzt worden waren. Beibehalten wurde unter anderem die romanische Apsis.

(Fortsetzung folgt …)

Augusta Treverorum – Zur Geschichte des römischen Trier (Teil 3)

Im weiteren Verlauf des 2. Jh. n. Chr. wurde das römische Reich von verschiedenen germanischen Stämmen bedroht. Aber auch innenpolitisch gab es unruhige Zeiten. Im Jahr nach der Ermordung von Commodus wurden vier Kaiser ausgerufen und es kam 193 bis 197 zu einem Bürgerkrieg, aus dem Septimius Severus schließlich als Sieger hervorging. Trier hielt in dieser Zeit zu Septimius Severus und wurde einem weiteren Gegenkaiser, Clodius Albinus, belagert. Septimius Severus konnte die Stadt aber schließlich befreien. Die Porta Nigra scheint aufgrund dieser Kämpfe nicht fertig gestellt worden zu sein und 1993 fand man einen Münzschatz, der offenbar in dieser Zeit vergraben wurde.

In der Folgezeit blühte Trier jedoch wieder auf, was sich unter anderem darin zeigt, dass viele Häuser und Villen ausgebaut und beispielsweise mit Mosaiken geschmückt wurden. Diese Blütezeit endete um etwa 260 n. Chr., als Postumus das Gallische Sonderreich gründete – mit Trier als Hauptstadt – und es zu einem neuen Bürgerkrieg kam. In diese Zeit fallen auch Einfälle der Alemannen, die unter anderem auch das Trierer Umland plünderten.

Unter der von Diokletian eingeführten Tetrarchie (Vier-Kaiser-Herrschaft) wurde Trier dann noch einmal zu einer der wichtigsten Städte im römischen Reich. Hier befand sich nun bis 402 n.Chr. der Sitz der Praefectura Galliarum, der obersten Verwaltungsbehörde des Westteils des Imperium Romanum und schon Diocletians Mit-Augustus Maximian wählte Trier zu einer seiner Residenzstädte und begann mit dem großangelegten Ausbau der Stadt. Unter ihm und seinen Nachfolgern Konstantius Chlorus und vor allem dessen Sohn Konstantin entstanden ein neuer Kaiserpalast (heute noch sichtbar ist die Palastaula) und die Kaiserthermen. Als sich Konstantin allerdings seiner neuen Hauptstadt Konstantinopel zuwandte, ließ er viele Bauten in Trier unvollendet. So werden die Thermen zum Beispiel nie fertiggestellt.

Trotzdem bleibt Trier auch in den nächsten Jahrzehnten noch Residenzstadt. Der Niedergang der Stadt begann mit der Verlegung der Praefectura Galliarum nach Arles und dem Abzug der Kaiserresidenz Anfang des 5. Jh. n. Chr. Nur als Bischofssitz behielt Trier seine Bedeutung. Um 480 fiel Trier endgültig an die Franken.

Die Bedeutung, die Triers im 4. Jahrhundert durch Kaiser und Verwaltung erhielt, zeigt sich auch in den vielen großen Villen, die im Umland der Stadt entstanden. Einige davon erreichen palastartige Ausmaße und können dem Kaiserhaus oder zumindest hohen Beamten zugeschrieben werden. Ein Beispiel ist die Villa in Konz.

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